{"id":44,"date":"2019-05-08T14:37:35","date_gmt":"2019-05-08T14:37:35","guid":{"rendered":"http:\/\/papillonnoir.de\/?page_id=44"},"modified":"2020-03-01T16:22:18","modified_gmt":"2020-03-01T16:22:18","slug":"wird-es-denn-niemals-wieder-nacht-eine-geist-koerper-performance-ab-17-10-2019-in-der-alten-feuerwache-koeln","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/papillonnoir.de\/?page_id=44","title":{"rendered":"&#8222;Wird es denn niemals wieder Nacht?&#8220; &#8211; eine Geist-K\u00f6rper-Performance, ab 17.10.2019 in der Alten Feuerwache K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der\nIrrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes \u2013 aber bei Gruppen,\nParteien, V\u00f6lkern, Zeiten die Regel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"> <em>&#8211; Friedrich Nietzsche<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht&#8217;s zum Video: <\/p>\n\n\n\n<p>\n\n            Videolink\n          <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/youtu.be\/Iu5n8dztjdQ\" rel=\"noreferrer noopener\">\n                <iframe loading=\"lazy\" title=\"Wird es denn niemals wieder Nacht?\" width=\"525\" height=\"295\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Iu5n8dztjdQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n              <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Mitten in der Aufkl\u00e4rung verliert ein Dichter seinen Verstand: Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792), einst gefeierter Kollege und Freund J.W. Goethes, bricht nach einem Streit mit diesem zusammen und strandet bei Pastor Johann Oberlin im Elsa\u00df. Die Tagebucheintr\u00e4ge des Geistlichen \u00fcber diesen Aufenthalt inspirieren 50 Jahre sp\u00e4ter Georg B\u00fcchner zu seiner unvollendet gebliebenen Novelle &#8222;Lenz&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Obgleich noch weit entfernt vom heutigen Begriff psychischer Erkrankung, besch\u00e4ftigte der medizinisch ausgebildete B\u00fcchner sich intensiv mit der Frage der Beziehung zwischen Gehirn, Gedanken und Kommunikation. Das Scheitern des Individuums an einer Umwelt, die seine Realit\u00e4t nicht anerkennt, bettet B\u00fcchner ein in \u00dcberlegungen zu den gesellschaftlichen Umbr\u00fcchen seiner eigenen Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Grundlegenden Verschiebungen sehen auch wir Heutigen uns gegen\u00fcber, und mehr als je zuvor stehen Gehirn und Geist dabei im Fokus. Auf der einen Seite \u00fcberzeugt uns die Hirnforschung immer mehr davon, dass &#8222;Realit\u00e4t&#8220; nichts weiter ist als eine Simulation unseres Gehirns. Auf der anderen m\u00fcssen wir die Empirie, also die \u00dcberpr\u00fcfung der faktischen Grundlage von Informationen, immer mehr gegen Fake News und Erregungskultur verteidigen. Und zwischen alledem bangen wir der &#8222;Singularit\u00e4t&#8220; entgegen: Dem Moment, in welchem neuronale Netzwerke &#8211; also k\u00fcnstliche Gehirne &#8211; nicht mehr nur selbstst\u00e4ndig lernen, sondern ihrer selbst bewusst und uns Menschen \u00fcberlegen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was macht all dies mit unserem Realit\u00e4tsbegriff? Wer ist \u00fcberhaupt befugt, Wirklichkeit zu definieren? Wie legen wir fest, wer die Welt &#8222;richtig&#8220; sieht und wer dagegen &#8222;verr\u00fcckt&#8220; ist? Und kann es, da wir einander nun einmal unm\u00f6glich in die Gehirne schauen k\u00f6nnen, eine echte Kommunikation, ein echtes Einverst\u00e4ndnis, je geben?<\/p>\n\n\n\n<p>Le Papillon Noir laden das Publikum in einen Versuchsaufbau ein, in dem diese und andere  Fragen nicht nur reflektiert, sondern mit allen Sinnen erfahren werden k\u00f6nnen. Das neuronale Netz im Zentrum unserer B\u00fchne wird mit den ZuschauerInnen verbunden, sodass deren Reaktionen direkt auf Licht, Ton und Performerin einwirken. So erleben wir zugleich unsere Vernetzung und Vereinzelung, k\u00f6nnen beeinflussen und beeinflusst werden und schaffen endlich eine gemeinsame Realit\u00e4t, eine echte Verbundenheit &#8211; vielleicht. Oder auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>P<strong>remiere: 17.10.2019, 20 Uhr, Alte Feuerwache K\u00f6ln, Melchiorstr. 3, 50670 K\u00f6ln<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Vorstellungen: 18.-20.10. und 05.-08.12. 2019, jeweils 20 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>K<strong>artenreservierung unter 0221 973155-10 und postmaster@lepapillonnoir.net<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Idee\/Konzeption\/Spiel: A.-S. Aziz\u00e8 Flittner<\/p>\n\n\n\n<p>Konzeption\/B\u00fchne\/Technik: Marc Brodeur<\/p>\n\n\n\n<p>Szenische Ausgestaltung: David N. Koch<\/p>\n\n\n\n<p>Bewegungscoaching: Vin Haimann<\/p>\n\n\n\n<p>Gesangscoaching: Marcellina van der Grinten<\/p>\n\n\n\n<p>Gef\u00f6rdert durch das NRW Landesb\u00fcro freie darstellende K\u00fcnste und das Kulturamt der Stadt K\u00f6ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes \u2013 aber bei Gruppen, Parteien, V\u00f6lkern, Zeiten die Regel. &#8211; Friedrich Nietzsche Hier geht&#8217;s zum Video: Videolink Mitten in der Aufkl\u00e4rung verliert ein Dichter seinen Verstand: Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792), einst gefeierter Kollege und Freund J.W. 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